Am 24.02.2026 fand die Online-Veranstaltung "FASD meets Geburtshilfe" statt. Eingeladen hatten Herr Dr. Marcus Riemer und Frau Dr. Heike Hoff-Emden, die sich seit vielen Jahren mit großem ehrenamtlichen Engagement dem Thema Fetale Alkohol Spektrumstörung (FASD) widmen.
Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus verschiedenen Arbeitsfeldern, Pflege- und Adoptiveltern sowie Menschen, die beruflich oder privat Berührung mit FASD haben. Ziel war es, den Austausch zu fördern und den Blick für die besonderen Herausforderungen im Kontext von FASD zu schärfen.
Erwachsen mit FASD - Übergänge frühzeitig begleiten
In ihrem Beitrag beleuchtete Frau Dr. Hoff-Emden das Thema Erwachsenwerden mit FASD. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Entwicklungsaufgaben in der Pubertät, Übergänge in das Erwachsenensystem sowie die Bedeutung früher Diagnostik und verlässlicher Unterstützungssysteme. Deutlich wurde, wie wichtig es ist, Bezugspersonen frühzeitig einzubeziehen, Strukturen aufzubauen und Übergänge - etwa Schule, Ausbildung, Wohnen und Arbeit rechtzeitig vorzubereiten.
Ein zentrales Anliegen war dabei, junge Menschen mit FASD dabei nicht auf ihre Einschränkungen zu reduzieren, sondern Ressourcen, Talente und individuelle Stärken bewusst wahrzunehmen und zu fördern.
Alkoholkonsum in der Schwangerschaft - ein gesellschaftliches Thema
Herr Dr. Riemer ordnete aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen zum Thema Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ein und betonte die Notwendigkeit einer differenzierten, interdisziplinären Perspektive. Er fasste zusammen:
"Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist kein individuelles Fehlverhalten, sondern ein komplexes biopsychosoziales Phänomen."
Hervorgehoben wurde, dass Prävention, Aufklärung und Unterstützung nur gelingen können, wenn neben medizinischen auch soziale, partnerschaftliche und gesellschaftliche Faktoren berücksichtigt werden.
Würdigung, Vernetzung und Kontinuität
Im Rahmen der Veranstaltung gratulierte Dr. Riemer Frau Dr. Hoff-Emden herzlich zur Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande für ihr langjähriges Engagement.
Zugleich verwies er auf die bereits am 29.10.2025 in Halberstadt durchgeführte Veranstaltung des Landesverbandes, die sich mit dem Thema FASD und interdisziplinärer Zusammenarbeit befasst. Er würdigte diese ausdrücklich als wichtigen Beitrag zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung der beteiligten Akteurinnen und Akteure.
Abschließend wurde auf Fachveranstaltungen hingewiesen, darunter ein Fachtag auf dem Campus der Lebenshilfe e.V. Berlin https://aktivverbund.de/save-the-date-fachtag-2026/ sowie die FASD-Fachtagung am 4. und 5. September 2026 in Fulda unter dem Motto "FASD - (k)einbahnstraße" https://www.fasd-deutschland.de/fachtagung/

